Asociación Latinoaméricana Alemana en Münster
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Eröffnung der 17. Lateinamerika-Wochen

16. Oktober / 19:00 - 22:00

Die 17. Lateinamerika-Wochen in Münster laden dazu ein, Lateinamerika zu erleben, zu entdecken und zu genießen. Freut euch auf ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Tanz, Kulinarik, Reisen und Begegnungen. Taucht ein in die Vielfalt Lateinamerikas und entdeckt neue Perspektiven, Geschichten und Traditionen.

Die Veranstaltung ist eine Einladung, in die lebendige Kultur dieser Region einzutauchen und die Traditionen sowie aktuellen Entwicklungen Lateinamerikas hautnah zu entdecken.

Die Eröffnung startet am 16. Oktober um 19 Uhr im Raum F3 des Fürstenberghauses am Domplatz. Neben der Vorstellung unseres diesjährigen Programms erwarten euch vielfältige Veranstaltungspunkte: Nach einem Grußwort der Vorsitzenden des Integrationsrates, Maria A. Salinas, erwartet uns Live-Musik von Romer Avendaño. Anschließend wird Arno Holl (Doktorand für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Münster) einen Kurzvortrag halten über „Die Rechte von Flüssen und indigene Kosmologien“*. Euch erwarten weitere Highlights auf der Eröffnungsveranstaltung.

Wir freuen uns auf spannenden Austausch mit allen Lateinamerika-Begeisterten, und allen, die einfach Lust haben, die Vielfalt des Kontinentes kennenzulernen!

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig. Wir freuen uns über Spenden und neue Mitglieder, um diese Veranstaltungen und unseren Verein zu unterstützen.

 

* Weitere Infos zu dem Kurzvortrag von Arno Holl

Die Rechte von Flüssen und indigene Kosmologien

Für einen anderen Umgang mit unserer Umwelt

Wasser ist eines der großen Themen unserer Zeit. Sowohl Dürren als auch Überschwemmungen nehmen Jahr für Jahr zu. Auch das Amazonasbecken, die sogenannte Grüne Lunge der Erde, ist hiervon betroffen. Während Abholzung, Ölförderung und Goldabbau mehr und mehr dieser einzigartigen Region zerstören, kommt es hier immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Perspektiven auf den Umgang mit unserer Umwelt.
Im April 2024 fällte der Gerichtshof in Nauta (Peru) ein im peruanischen Rechtssystem bisher beispielloses Urteil: Dem Marañón, einem der beiden Flüsse, die kurz hinter Nauta gemeinsam den Amazonas bilden, wurde das Recht zu fließen zugesprochen, ebenso das Recht auf Freiheit von Verschmutzung und auf ein intaktes Ökosystem.
Dieses Urteil reiht sich ein in eine Kette ähnlicher Urteile, etwa in Ekuador, Kanada, Indien und Neuseeland, wo Flüsse teilweise sogar als juristische Personen anerkannt und indigene Gruppen zu ihren rechtlichen Fürsprechern bestimmt wurden.
Geklagt hatte im Fall des Marañón eine indigene Frauenorganisation vom Volk der Kukama. Diese Gruppe galt bis in die 1990er Jahre hinein in Peru als zu „assimiliert“ um als indigen anerkannt zu werden. Als Folge von 300 Jahren der Missionierung, Kolonisierung, Ausbeutung durch Zwangsarbeit und den Druck des peruanischen Nationalstaats hatten sie ihre Kleidung angepasst, ihre Sprache weitgehend aufgegeben, und bezeichneten sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts nur noch als ribereños, Flussuferbewohner.
Seit den frühen 1990ern sind die Kukama jedoch Teil der Indigenenbewegung, kämpfen für die Anerkennung ihrer Landrechte und versuchen ihre Sprache wiederzubeleben. Die Flüsse der Region sind für die Kukama nicht nur ihre physische Existenzgrundlage, sie sind auch das Zentrum ihrer Spiritualität. Die Bedrohung dieser Flüsse durch regelmäßige Ölpesten, Verschmutzung mit Chemikalien und Pläne der Regierung, die Flussbetten zur besseren Schiffbarkeit auszubaggern, trifft die Kukama daher im Kern ihres Daseins.
Der respektvolle, auf Gegenseitigkeit beruhende Umgang der Kukama mit den Gewässern der Region kann uns eine Alternative im Umgang mit unserer Umwelt aufzeigen. Bisher ist das Gerichtsurteil zu den Rechten des Flusses ohne konkrete Folgen geblieben, weshalb es umso wichtiger ist, sich näher mit den Rechten von Wasser, im Gegensatz zum bloßen Recht auf Wasser, auseinanderzusetzen.

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Details

Veranstalter

  • UPLA e.V.

Veranstaltungsort

  • Fürstenberghaus
  • Raum F3, Domplatz 20–22
    Münster,

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Impressum / Kontakt

Upla e.V.
Verspoel 7-8
48143 Münster